Die neue Google-Suche: Antworten statt Klicks

27. November 2025
27.11.25
 

Google integriert Werbung direkt in KI-Antworten – und verändert damit das gesamte Suchverhalten.

Google hat bereits 2024 die größte Veränderung seiner Suche seit über zehn Jahren eingeleitet. Wo früher die klassische Kombination aus Anzeigen, organischen Treffern und Featured Snippets dominierte, erscheint heute immer häufiger eine KI-generierte Antwort ganz oben: die sogenannte “AI Overview”. Diese Box fasst Informationen zusammen, bewertet Produkte, nennt Empfehlungen – und integriert erstmals direkt in diesem Text passende Werbeformate. Bilder, Preise, Sterne-Bewertungen und Kauf-Buttons wirken dabei so harmonisch eingebettet, als hätte man sie aus einem persönlichen Beratungsdialog herausgeschnitten.

Was zunächst wie ein technisches Update klingt, ist in Wahrheit ein fundamentaler Wandel. Nutzer finden nun viele Antworten, bevor sie überhaupt scrollen. Die KI präsentiert ihnen ausgewählte Marken, Produkte oder Dienstleister – und diese Vorauswahl entscheidet über Sichtbarkeit, Klicks und letztlich Umsatz. Studien wie die aktuelle Analyse von Seer Interactive zeigen, wie drastisch sich das Nutzerverhalten inzwischen ändert: Organische Klicks sinken bei Suchanfragen mit AI Overview um über 60 Prozent, selbst bezahlte Anzeigen verlieren massiv an Aufmerksamkeit. Die traditionelle Logik der Suchmaschinenoptimierung verliert an Kraft, weil die KI immer öfter dort aufhört, wo Menschen früher angefangen haben zu recherchieren.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer heute nur auf klassische SEO-Maßnahmen oder Standardanzeigen setzt, riskiert Unsichtbarkeit – selbst dann, wenn man eigentlich auf Position 1 steht. Gleichzeitig wächst die Bedeutung ganzheitlicher Kampagnensysteme, die Googles KI aktiv mit den richtigen Signalen versorgen. Performance Max spielt dabei eine Schlüsselrolle, denn Google greift bevorzugt auf diese Daten zurück, um Inhalte in AI Overviews auszuspielen. Marken, die PMax intelligent einsetzen, profitieren von deutlich höheren Klickraten, besseren Conversion-Rates und einer oft überraschend starken Präsenz in den neuen KI-Antworten.

Doch bei all der Automatisierung bleibt eine Wahrheit bestehen, die gerne übersehen wird: Die KI ist immer nur so gut wie die Website, auf die sie zugreift. Google bewertet heute schärfer denn je, ob eine Seite vertrauenswürdig, nutzerfreundlich und technisch sauber ist. Inhalte müssen klar strukturiert und inhaltlich belastbar sein, Bewertungen und Markenreputation spielen eine stetig wachsende Rolle, und technische Faktoren wie Core Web Vitals oder Schema.org bestimmen, ob die KI eine Seite überhaupt in ihre Antwort einbezieht. Ohne eine hochwertige Website fehlen die Datenpunkte, die KI-Modelle benötigen, um eine Marke in ihre Auswahl aufzunehmen – egal wie viel Budget in Kampagnen fließt.

Besonders spannend ist, dass der Wandel nicht nur den E-Commerce betrifft. Auch Recruiting, B2B-Dienstleistungen und Markenpositionierung werden durch die KI-Logik neu geordnet. Bewerberinnen und Bewerber sehen zunehmend KI-basierte Arbeitgebervergleiche. Unternehmensberatungen, Kanzleien oder Spezialdienstleister tauchen in Antworten zu branchenspezifischen Fragen auf – oder eben nicht.

Sichtbarkeit entsteht heute dort, wo Inhalte als relevant, eindeutig und vertrauenswürdig gelten. Und Unternehmen, die diese Logik verstehen, nutzen sie bereits erfolgreich: Optimierte Produktfeeds führen zu niedrigeren Akquisekosten, klare Karriereseiten generieren mehr qualifizierte Bewerbungen, strukturierter Content steigert die Chance, in der KI-Antwort berücksichtigt zu werden.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, wie man auf Position 1 kommt, sondern wie man zu den Quellen gehört, die die KI für zitierwürdig hält. Die Mechanik dahinter ist komplex, aber der Ansatz bleibt klar: Inhalte müssen echten Mehrwert bieten, Marken müssen erkennbar vertrauenswürdig auftreten, Datenqualität muss stimmen, und Kampagnen brauchen eine konsistente Strategie, die KI-Systeme aktiv unterstützt.

Unternehmen, die diese Transformation früh ernst nehmen, gewinnen ein Jahr Vorsprung. Sie sichern sich die besten Platzierungen in den KI-Antworten, bevor Wettbewerber überhaupt verstehen, warum ihre organischen und bezahlten Klicks plötzlich einbrechen. Wer hingegen wartet, bis der Effekt auch in der eigenen Branche spürbar wird, beginnt später von einer schlechteren Position – und mit höheren Kosten.

Googles KI verändert die Regeln des Marketings grundlegend. Doch für Marken, die bereit sind, Website, Daten und Kampagnen konsequent auf die neue Logik auszurichten, entsteht eine historische Chance: Die Möglichkeit, in einer völlig neuen Suchrealität zu denjenigen zu gehören, die von der KI bevorzugt empfohlen werden – und damit langfristig sichtbar bleiben.




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