Schlichtegroll

Erklärung und Aufbau des Wappens

< zurück

Das Stammwappen ist das historisch überlieferte Wappen eines Familien- oder Geschlechterstamms. Es ist nicht an Besitz, Amt, Beruf, wirtschaftliche Stellung oder politische Funktion gebunden, sondern an die genealogische Zugehörigkeit zur wappenführenden Familie beziehungsweise Linie.

Führungsberechtigt sind daher nicht automatisch alle Personen gleichen Namens, sondern diejenigen Nachkommen, die genealogisch zur wappenführenden Familie Schlichtegroll gehören und nach der überlieferten beziehungsweise familienintern festgelegten Führungsregel zur Wappenführung berechtigt sind.

Elemente des Wappens
In der deutschen Familienheraldik wird ein Familienwappen häufig als Vollwappen dargestellt. Ein Vollwappen besteht in der Regel aus:

dem Schild, dem Helm, der Helmdecke, der Helmzier.

Der Schild ist der eigentliche Kern des Wappens. Er enthält die heraldisch maßgeblichen Zeichen und Farben. Helm, Helmdecke und Helmzier ergänzen den Schild zum Vollwappen und gehören zur überlieferten vollständigen Darstellung des Familienwappens. Die Darstellung als Schild allein ist heraldisch zulässig, etwa auf Siegeln, Exlibris, Schmuckstücken oder in grafisch reduzierten Anwendungen. Für die vollständige Wiedergabe des historischen Familienwappens Schlichtegroll ist jedoch das überlieferte Vollwappen maßgeblich. Eine staatliche Registrierungspflicht für Familienwappen gibt es in Deutschland nicht. Heraldische Wappenrollen und Fachvereine können für eine Eintragung eigene Anforderungen stellen; häufig wird dabei ein vollständiges Vollwappen vorausgesetzt.

Wappen - Farben und Schraffuren
Die Farben eines Wappens heißen in der Heraldik Tinkturen. Klassisch unterscheidet die Heraldik zwischen Farben und Metallen. Zu den gebräuchlichen Farben zählen:

Rot, Blau, Schwarz, Grün. Die klassischen Metalle sind:

Gold, Silber.

Die Tinkturen sind für ein Wappen verbindlich. Nicht verbindlich ist dagegen der exakt gleiche Farbton. Ein kräftiges Dunkelblau und ein helleres Blau bleiben heraldisch Blau, solange die Tinktur eindeutig erkennbar bleibt.

Die heraldische Farbregel lautet: Farbe soll nicht auf Farbe, Metall nicht auf Metall stehen. Diese Regel dient der klaren Erkennbarkeit des Wappens. Historische Wappen können Ausnahmen aufweisen, doch bleibt die Regel ein zentrales Ordnungsprinzip der Heraldik.


Um Wappen auch ohne Farbe eindeutig darstellen zu können, werden den Tinkturen bestimmte Schraffuren zugeordnet. Diese Schraffuren wurden besonders in der neuzeitlichen Heraldik standardisiert.



Rot: senkrechte Linien
Blau: waagerechte Linien
Schwarz: senkrechte und waagerechte Kreuzschraffur
Grün: schräge Linien
Silber: keine Schraffur, leerer Grund
Gold: Punkte



Diese Schraffuren ermöglichen eine eindeutige Wiedergabe des Wappens in Schwarz-Weiß, etwa in Drucken, Siegeln oder genealogischen Darstellungen.

Helmkrone
Die Helmkrone ist ein heraldisches Zwischenstück zwischen Helm und Helmzier. Sie dient dazu, die Helmzier optisch auf dem Helm zu befestigen und die Komposition des Vollwappens abzuschließen.

Sie ist nicht mit einer Rangkrone im staatsrechtlichen Sinn gleichzusetzen. In historischen Wappen kommt die Helmkrone sowohl bei adeligen als auch bei patrizischen und bürgerlichen Familien vor. Entscheidend ist, ob sie im konkreten Wappen historisch überliefert ist.

Im Wappen Schlichtegroll ist die Helmkrone Bestandteil des überlieferten Vollwappens und gehört daher zur vollständigen Darstellung.

Im 14./15. Jahrhundert wurde die Helmkrone auch bei vielen Patrizierfamilien verwendet.

Der Schild und seine Form
Die Form des Schildes ist in der Heraldik in der Regel nicht der rechtlich oder heraldisch entscheidende Bestandteil des Wappens. Maßgeblich sind vor allem die Blasonierung, also die fachsprachliche Beschreibung des Schildinhalts, sowie die darin festgelegten Farben und Figuren.

Der hier gezeigte Schild folgt einem Renaissance-Aufriss. Solche Schildformen zeigen häufig geschwungene Konturen, eingerollte Ränder, Einschnitte und ornamentale Elemente.

Diese äußere Schildform gehört zum Stil der Darstellung. Der heraldische Inhalt des Wappens bleibt auch dann derselbe, wenn der Schild in einer anderen historisch zulässigen Form dargestellt wird.

Helmdecke
Die Helmdecke gehört zur Grundausstattung eines Vollwappens. Sie geht ursprünglich auf das Tuch zurück, das am Helm befestigt war und im Kampf oder Turnier Schutz vor Sonne und Hitze bot.

In der Heraldik wurde diese Decke zunehmend ornamental gestaltet. Besonders in der Renaissance und im Barock erscheinen Helmdecken oft stark ausgezaddelt, verschlungen und dekorativ ausgearbeitet.

Die Farben der Helmdecke orientieren sich üblicherweise an den Haupttinkturen des Schildes. Auch bei kunstvoller Ausgestaltung muss die Helmdecke als vom Helm ausgehendes Tuch erkennbar bleiben.

< zurück